Geschichte

Geschichte der Landwirtschaft

Die Landwirtschaft bestimmt seit vielen Jahrtausenden das Leben der Menschen auf der ganzen Welt. Bereits zum Ende der letzten Eiszeit vor etwa 13.000 Jahren soll nach Erkenntnissen vieler Forscher in Amerika, China und im Nahen Osten gleichzeitig mit dem systematischen Anbau von landwirtschaftlichen Nutzpflanzen begonnen worden sein. Die große Klimaveränderung und die wachsende Sesshaftigkeit der Menschen machten den Anbau landwirtschaftlicher Produkte immer mehr notwendig. Unter anderem soll in China bereits vor 12.500 Jahren Hirse oder Reis zur Verpflegung der rasant wachsenden Bevölkerung angebaut worden sein.

Ab dem 8. Jahrhundert entwickelte sich die Dreifelderwirtschaft – ein weiterer großer Schritt in der Geschichte der Landwirtschaft. Dabei wurden immer zwei von drei Feldern angebaut. Auf einem Feld wurde Sommergetreide und auf dem zweiten Wintergetreide angepflanzt. Das dritte Feld lag brach, um sich zu erholen. So konnten die Erträge deutlich erhöht werden. Seit dem frühen Mittelalter waren es vor allem Bauern und Mönche, die in Wäldern oder aus trockengelegten Sümpfen immer weitere neue Ackerböden schufen. Hier entstanden Bauernsiedlungen. Ab dem 18. Jahrhundert wurde die Dreifelderwirtschaft in Europa von der sogenannten Fruchtwechselmethode abgelöst. Einen weiteren großen Aufschwung erlebte die Landwirtschaft nach der Bauernbefreiung 1807 in Preußen, in deren Folge die bäuerliche Leibeigenschaft aufgehoben wurde. Auch die Erfindung des Mineraldüngers durch Justus von Liebig um 1840 forcierte die Entwicklung der Landwirtschaft weiter. Schließlich konnten durch den Einsatz von Dünger die Erträge deutlich erhöht werden.

Ab dem 19. und 20. Jahrhundert fand eine immer größere Industrialisierung der Landwirtschaft statt. Dies gelang vor allem durch die schrittweise Verbesserung der genutzten landwirtschaftlichen Geräte. Zu Beginn des 20. Jahrhunderts war Deutschland ein Agrarstaat, in dem 60 Prozent der Bevölkerung als Kleinst-, Klein- und Mittelbauern arbeiteten. Heute leben nur noch etwa drei Prozent der deutschen Bevölkerung von der Landwirtschaft in etwa 400.000 landwirtschaftlichen Betrieben. Dabei wird der ökologische Landbau, bei dem auf den Einsatz von chemischen Pflanzenschutzmitteln verzichtet wird, immer populärer.